Off-Beats üben [inkl. Anleitung]
So bekommst Du ein Gefühl dafür und kommst selbst im schnellen Tempo nicht aus dem Takt
Ein Gefühl für Off-Beats zu bekommen, erfordert gerade zu Beginn etwas Übung. Wichtig sind dabei vor allem zwei Ebenen:
- Verstehen, wie der Rhythmus geht und wie er gezählt wird.
- Ein Gefühl für diesen Rhythmus entwickeln Hier spielt der Körper eine große Rolle.
Auf diese Ebenen gehe ich genauer in diesem Artikel ein Rhythmus lernen Schritt für Schritt.
Aber auch, wenn Off-Beats längst kein Problem mehr für Dich sind und Du Dich bei dabei richtig sicher fühlst, können sie im schnellen Tempo zum Problem werden, oder?
Dann passiert es doch, dass wir aus dem Takt kommen und zu spät sind.
In diesem Artikel schauen wir uns gemeinsam an:
- … was Off-Beats sind.
- Dich erwartet eine wirkungsvolle Übung, die den meisten sehr gut dabei hilft, ein Gefühl für Synkopen zu bekommen.
- Zum Schluss verrate ich Dir noch, was ich bei schnellen Off-Beats mache, damit ich nicht aus dem Rhythmus komme und wie Du das selbst üben kannst.
Bereit?
Los geht’s!
Was sind Off-Beats?
Bevor es an die praktische Umsetzung von Off-Beats geht, ist erstmal Dein Kopf gefragt. Denn zuerst solltest Du verstehen, wie sie funktionieren und gezählt werden.
“Beat” oder “On-Beat” bedeutet “auf den Schlag” und meint eine Betonung auf dem Grundschlag. Das wären bei einem 4/4-Takt die Schläge 1-2-3-4.
“Off-Beat” auf Deutsch “weg vom Schlag” meint nun das, was zwischen den Schlägen liegt.
Auf unser Beispiel bezogen 1+-2+-3+-4+. Vielleicht hast Du es auch mit “und” gelernt. Dann 1 und – 2 und – 3 und – 4 und.
Anleitung Off-Beats üben:
Wie Du Dir ein Gefühl für Off-Beats erarbeiten kannst
Wenn Du gerade an dem Punkt stehst, Off-Beats zu erlernen oder sie gerne sicherer spielen können würdest, habe ich Dir für heute eine wirkungsvolle Übung mitgebracht. Die Übung kannst Du mit oder ohne Instrument durchführen. Zu Beginn kann es einfacher sein, das Instrument wegzulassen.
Was Du brauchst, ist ein Raum mit Platz zum Herumlaufen. Das muss nicht umbedingt im Kreis sein. Hin- und herlaufen genügt völlig.
Schritt 1: Laufe im Raum herum. Jeder Schritt entspricht dabei einem Schlag oder “On-Beat” also 1-2-3-4. Nimm Dir Zeit, um das Metrum bewusst im Körper wahrzunehmen.
Schritt 2: Füge nun die Off-Beats hinzu. Ganz konkret bedeutet das, dass Du nun zwischen zwei Schritten klatschst oder einen Ton auf Deinem Instrument spielst. Daraus ergibt sich: Schritt, Klatschen (Ton), Schritt, Klatschen (Ton) usw.
Achte darauf, dass Du beim Laufen nicht ins Stocken gerätst. Nimm Dir gerne das Metronom als Unterstützung oder Korrektiv zur Hand.
Diese Übung hilft Dir dabei den Rhythmus zu spüren, weil der ganze Körper beteiligt ist. Du verkörperst sozusagen den Rhythmus. Anschließend kann dies dann auf Deine Stücke übertragen werden und es ist auch denkbar, diese ebenso beim Laufen zu erarbeiten.
Wenn Du mehr zum Thema Rhythmusgefühl erfahren möchtest, dann schau gern in diesem Artikel vorbei: Rhythmusgefühl: Wie bekommt man eigentlich Gefühl für den Rhythmus?
Was Dir hilft auch im schnellen Tempo “off beat” zu spielen
Sind “Off-beats” prinzipiell kein Problem für Dich, aber in dem speziellen Fall, wenn das Tempo richtig schnell wird, kommst Du schon mal aus dem Takt?
Dann könnte diese Information wertvoll für Dich sein, probiere es doch direkt beim nächsten Üben oder in der nächsten Probe aus.
Nehmen wir wieder unser Beispiel, den 4/4-Takt. Bei einem langsameren Tempo zählst Du 1-2-3-4 und spielst dazwischen auf “und” bzw. “+”.
Wenn es schneller wird, kann dieses Vorgehen zum Problem werden.
Warum?
Weil wir so nicht mehr präzise mitzählen können. Im Kopf mag das vielleicht noch gehen, aber solltest Du den Takt mit Deinem Fuß schlagen oder den Puls im Körper haben, gibt es eine natürliche Grenze.
Was ist die Lösung?
Um Off-Beats auch im Schnellen mitspielen zu können, braucht es größere Zähleinheiten. Statt einen 4/4-Takt in Vierteln zu zählen, also 1-2-3-4, bietet es sich deshalb an, auf Halbe Noten zu wechseln. In einem 3/4-Takt wäre das entsprechen eine punktierte Halbe.
Wie immer gilt: Gib Dir etwas Zeit dafür dieses Rhythmuselement zu lernen oder zu meistern, egal in welchem Tempo!
Frohes Üben!
Melina
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Wer schreibt hier?
Hallo, ich bin Melina!
Ich habe Klarinette studiert und bin heute als freischaffende Musikerin in Berlin tätig.
Wie kann modernes Üben, üben im 21. Jahrhundert aussehen, in dem so viele Dinge unsere Aufmerksamkeit verlangen?
Wie können wir effektiv üben, also mit kurzen Übesessions besser werden? Wie kann uns das Musizieren als Ort der eigenen Entfaltung, der Entspannung und des Glückes dienen, als richtige Quality time? Und wie bringen wir beides, Fortschritt und Genießen, in den Einklang?
Diesen Fragen gehen wir hier auf den Grund. Dafür erwarten Dich praktisch anwendbare Ideen und Anregungen für Dein eigenes Üben und Musizieren.
